MiM – Hintergrund


Besondere Anforderungen der Medienwirtschaft

Die Medienwirtschaft (Journalismus, Verlagswesen sowie PR/Öffentlichkeitsarbeit/ Werbung/Marketing) ist seit je her geprägt von einem hohen Anteil an Frauen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen. Mit einem Anteil von bundesweit 47 Prozent (2002*) liegt sie damit rund drei Prozent höher als in der gesamten Wirtschaft.

Die Chancen für Erwerbstätigkeit von Frauen in der Medienbranche erhöhen sich auch weiterhin durch die veränderten Anforderungen hinsichtlich Qualifikation und soziale Kompetenzen. Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit als sogenannte Softskills und die stetig gestiegenen beruflichen Qualifikationen von Frauen sind Gründe dafür.

Hohe Attraktivität bei Frauen:
Jobs in der Medienwirtschaft.

Trotz eines jungen und modernen Image tut sich die Medienwirtschaft schwer, sich im selben Zuge im Sinne der Gleichstellung von Frauen und Männern zu modernisieren. Traditionelle Verhaltensweisen und Strukturen hinken den sich rasant verändernden Rahmenbedingungen durch technische Fortschritte in Produktionsweisen, Informationsgewinnung und –aufbereitung hinterher.

Profitieren davon überwiegend junge, hochqualifizierte Frauen ohne Kind, so liegt das auch an den unverändert hohen Erwartungen der Arbeitgeber an Arbeitszeit, -einsatz und Ort.


Mehrarbeit - ein Standard in der Medienwirtschaft

Nach einer Untersuchung von connexx.av (AG BiB 2001*) arbeiten 60 Prozent der Beschäftigten im Bereich der audiovisuellen Medien mehr als 40 Stunden pro Woche, mehr als 33 Prozent sogar über 50 Std. und über 66 Prozent leisten oft bzw. sehr oft Mehrarbeit. Für Frauen mit Kindern (auch alleinerziehende Männer) sind diese Arbeitszeiten aufgrund ihrer familiären Verantwortungen kaum zu leisten.

Bei der Gleichstellung hinsichtlich Gehalt und Chancen auf Führungspositionen hinkt die Branche ebenfalls hinterher. Die Erwartungen an ständige Verfügbarkeit ist dabei das stärkste strukturelle Hemmnis für Frauen in Führungspositionen zu gelangen.

Verwaiste Büroräume: Seltener Anblick
in der arbeitsintensiven Medienbranche.

Je höher dabei die Position und je höher die Anforderungen an Qualifikationen, desto weniger Möglichkeiten für Teilzeitarbeit gibt es für Frauen. Eine familiäre Auszeit z.B. durch Erziehungszeiten ist dabei der stärkste Faktor für einen Karriere-Knick. Mangelnde Weiterbildung birgt dabei das Risiko, den Anschluss an die schnell fortschreitende Entwicklung im technischen Bereich zu verlieren.

*Quelle: Frauen in der Medienwirtschaft, Studie der Bayerischen Landelszentrale für neue Medien (BLM), München

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Selbständigkeit – Ein Ausweg aus dem starren Korsett von Zeit- und Ortsgebundenheit?

Durch die technischen Voraussetzung in unserer medialen Welt lösen sich diese Anforderungen jedoch mehr und mehr auf. Die Möglichkeit der Moderne projektbezogen, pc-gestützt und internetbasiert auch an dezentralen Orten (z. B. im Homeoffice) zu arbeiten, hat die Chancen auch für freie Mitarbeit bzw. freiberufliche Tätigkeit enorm erhöht.

Wie erleben Mütter in Medienberufen diese berufliche Situation?

Beispiele in unseren Interviews...

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