MiM - Interviews mit Müttern in Medienberufen:
Susanne Ackstaller

Susanne Ackstaller, 42 Jahre, verheiratet, dreifache Mutter (Kinder: 10, 8 u. 4 Jahre), Dipl.- Kauffrau, freie Wirtschaftstexterin für Unternehmens- u. Finanzkommunikation, Autorin/Herausgeberin, Mitherausgeberin von "Treffpunkt Text - Das Handbuch für Freie in Medienberufen", Gründerin von "texttreff.de", dem Frauennetzwerk für Texterinnen/Autorinnen, Bloggerin bei "textblog.de", Netzwerkerin und, und, und ...

MiM: Ihre vielfältigen Aktivitäten sind sehr beeindruckend.
Wie schaffen Sie das alles?

Stabile Infrastruktur - von Anfang an

S.A.: Das hat sich so ergeben, da wächst man hinein, denke ich. Im Jahr 2000 hatte ich mich gerade selbständig gemacht, mein zweites Kind war gerade mal 3 Monate alt. Ich habe mit wenigen Aufträgen angefangen, bin von Jahr zu Jahr sehr gewachsen, mit Raten von fast 100 Prozent. Von Anfang an hatte ich erkannt, dass ich das nur mit einer guten Infrastruktur schaffe. Zum Beispiel mit einer Kinderfrau, die die Kinder hier im Haus betreut.

Beim ersten Kind war ich noch angestellt. Aber in Teilzeit angestellt mit zwei Kindern, das schien mir so nicht machbar. Da bekam ich die Anregung, mich selbständig zu machen und hab dann etwas blauäugig naiv bei einer Agentur angerufen, die ich noch aus meiner früheren Tätigkeit als Angestellte kannte. Und die haben dann tatsächlich noch eine Freie gebraucht. Ja, so kam ich dazu, und dann eben gleich mit Kinderfrau.

Freiräume schaffen – man muss nicht alles selber leisten

S.A.: Dank Kinderfrau hatte ich nie das Problem, dass das Baby unterm Schreibtisch krabbelt. Auch nicht beim Thema Kita oder Krippe, was wir hier in Bayern ja kaum haben oder hatten. Die Infrastruktur habe ich mir sukzessive ausgebaut. Inzwischen habe ich auch eine Haushaltshilfe. Haushalterisch mach ich fast gar nichts, ich wasch’ nicht, ich bügel’ nicht, ich koch’ allerdings, also das muss ich schon sagen. Ich koche jeden Mittag, aber den ganzen Rest überlasse ich meiner Haushaltshilfe.

Pasta - kocht heute der Papa

MiM: Haben Sie Ihr Büro letztendlich im eigenen Haus, um das vereinbaren zu können?

S.A.: Ja, das habe ich. Und natürlich auch noch einen Mann, der mich von Anfang an unterstützt hat, sowohl mental als auch mittlerweile sehr aktiv. Er war angestellt, ist mittlerweile auch selbständig im Home-Office – aber kein Kreativer, sondern Steuerberater. Wenn ich mal einen Termin hab, dann macht er halt die Pasta mittags. Wir helfen uns da gegenseitig.

Dann hatte ich natürlich auch noch Großeltern vor Ort. Und meine Eltern mal eingespannt, wenn ich für einen Tag irgendwo hin musste. Ich hab das einfach genutzt. Mich interessiert eben auch ständig Neues. Ich glaube, das ist die Krux. Ich bin ein leistungsbereiter Mensch, bin ehrgeizig und belastbar – sagen wir es mal so. "Privat" bin ich auch Gemeinderätin hier – also ist es mit dem Beruf allein nicht getan, sondern ich hab auch eine ganze Menge Ehrenämter (lacht) – aber das hat sich im Laufe der Zeit einfach so ergeben.

Homeoffice – Arbeiten & Leben unter einem Dach

MiM: Ein ganz normaler Tag in Ihrem Leben, wie könnte der aussehen?

S.A.: Ich steh’ um 6.15 Uhr auf. Dann weck ich meinen großen Sohn, gehe runter, mache die Pausenbrote oder helfe den Kindern sich fertig zu machen. Frühstück hat meistens schon mein Mann gemacht. Nachher bringt er den Kleinen in den Kindergarten. Die zwei Größeren gehen schon in die Schule. Dann mach ich mich fertig, je nachdem ob die Zeit reicht, mach ich noch ein bissl Sport. Auf dem Crosstrainer hier im Haus. So zwischen 8.30 h und 9.00 h sitze ich am Schreibtisch und arbeite bis um 12.00 h.

Wobei ich mich nicht drei Stunden hinsetze und schreibe, sondern das ist natürlich auch immer unterbrochen durch Texttreff- oder andere Mails - oder das Ge“twittere" seit neuestem (lacht). Um 12.00 h höre ich auf, um zu kochen. Dann kommen meine Kinder heim. Mittagspause bis 14.00 h. An drei von fünf Werktagen kommt meine Kinderbetreuung bis um 18.00 Uhr. Dann ist auch Schluss. Danach ist Abendessen, ich bring' später die Kinder ins Bett und arbeite manchmal auch noch weiter.

„Ich bin nicht der Typ, der sich vor den Fernseher hockt.“

S.A.: Fernsehen? Das hab ich mir abgewöhnt. Anstelle dessen sitz’ ich mittlerweile vor’m PC (lacht). Das ist auch ein bisschen mein soziales Leben – mit Freunden mailen, bei MySpace, Twitter, oder eben beim Texttreff. Ein bisschen sozialer Austausch. Wenn ein Termin drängt, dann muss ich halt noch weiter arbeiten. Meistens gehe ich dann um halb Zwölf ins Bett. So sieht das bei mir aus. Eigentlich ein ganz normaler Tag - nicht so spektakulär ?! (lacht).


Für jeden Fall die richtige Frau – Kinderfrau & Haushaltshilfe

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