MiM - Interviews mit Müttern in Medienberufen:
Susanne Ackstaller

Fortsetzung Interview (1):

Für jeden Fall die richtige Frau – Kinderfrau & Haushaltshilfe

MiM: Übernimmt die Kinderfrau bei Ihnen auch Aufgaben im Haushalt?

S.A.: Nein, sie ist gelernte Kindergärtnerin, hat selbst drei erwachsene Kinder und macht das eigentlich, weil sie Kinder sehr gerne mag. Wir haben sie jetzt seit acht Jahren. Meine Kinder lieben sie, denn sie macht mit ihnen ganz viele Sachen: sie bastelt, streift mit ihnen im Wald herum. Sie ist schon so etwas wie eine zweite Mutter. Das muss man auch irgendwie akzeptieren können. Wenn man die einzige sein will, die für die Kinder wichtig ist, dann kann man das nicht machen. Sie ist eine sehr wichtige Bezugsperson für die Kinder, und das weiß ich auch. Für den Haushalt hab ich eine extra Haushaltshilfe.

Auch Liebe muss man manchmal teilen

MiM: Ist das manchmal schwer für Sie, die Vorstellung, das da jemand anderes auch so wichtig ist für die Kinder?

S.A.: Eigentlich nicht. Das kann ich eigentlich ganz gut ab. Ich find’s nicht schlimm und freu’ mich für meine Kinder, dass sie noch jemanden haben, der ihnen so wichtig ist. Und nochmal ganz andere Sachen mit ihnen macht als ich. Ich bin halt einfach nicht so die Mega-Bastelmutter. Ab und zu ja, aber nicht jeden Nachmittag mit meinen Kindern um die Wette basteln.

Sie ist schon wirklich 'ne wichtige Person, und nur deshalb geht das auch. Mein Sohn hatte letztes Jahr Erstkommunion, da lade ich sie selbstvertändlich ein und sie ist auch Taufpatin von meinem dritten Kind. Was mich schon mal zucken lässt, wenn mich mein kleiner Sohn manchmal Leni nennt. So heißt sie. Dann merk’ ich schon, wie wichtig sie ist. Das verschwimmt schon mal. Also - ich bin schon die Mama, das ist klar. Und wenn wirklich was ganz Schlimmes ist, dann kommen sie auch direkt zu mir.

Teilzeit kontra Freiberuflichkeit

MiM: Mutter sein und erfolgreich im Medienberuf - ist das nur als Freiberuflerin möglich?

S.A.: Ich war ja nie bei einer Agentur angestellt. Ich kann deshalb gar nicht beurteilen, wie es ist, in den Medienberufen als Angestellte zu arbeiten, wenn man jetzt einfach mal Agenturen oder Verlage als Medienarbeitgeber bezeichnet. Ich kenne nur ein Großunternehmen. Obwohl man sich dort Familienfreundlichkeit auf die Fahnen schreibt, fand ich es schon mit einem Kind schwierig. Deshalb, weil ich Teilzeitkraft war. Die Automobilindustrie ist sowieso nicht besonders frauenaffin, gegenüber teilzeitarbeitenden Müttern noch weniger. Von den Kollegen aus hatte ich immer das Gefühl, diejenige zu sein, die vermeintlich nicht da war, wenn etwas anfällt.

Die Arbeitszeiten von Agenturen sind – was ich so von anderen höre – naja, schwierig. Als Freiberuflerin kann ich ja Kunden ablehnen, das tue ich auch. Wenn ich ausgelastet bin, bin ich ausgelastet und dann ist einfach Schluss. Wenn ich angestellt bin, bin ich fremdgesteuert. Ich habe schon den Eindruck, dass es als Freiberuflerin einfacher ist.


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